Nachrufe für Petra Feyer

Zum plötzlichen Tod von Frau Prof. Dr. med. Petra Feyer

Foto: (c) Monique Wüstenhagen

Anfang Januar 2025 verstarb unerwartet unsere Vorsitzende der AGSMO, Frau Prof. Dr. med. Petra Feyer.

Sie war eine herausragende Persönlichkeit, die über mehr als 30 Jahre das Fach der onkologischen Supportivmedizin in Deutschland und über die Grenzen hinweg international geprägt hat. Als Radioonkologin blickte Petra Feyer über den Tellerrand ihres Fachgebiets hinaus. Sie setzte sich ihr Leben lang für eine interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit zur Erarbeitung und Etablierung einer individuell durchdacht und umgesetzten Supportivtherapie als integraler Bestandteil in der Onkologie ein. Ihr Engagement für die Supportivtherapie sowohl als klinisch tätige Chefärztin als auch innerhalb vieler Fachgesellschaften war grenzenlos.

Für viele von uns war sie Vorbild, Mentorin und Freundin. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke, die niemand füllen kann.

Petra Feyer studierte Medizin an der Universität in Leipzig. Nach Erlangung des Facharztes für Radiologie und Promotion und Habilitation in Leipzig wurde sie 1994 als Privatdozentin an die Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie der Humboldt-Universität zu Berlin Charité, Campus Mitte berufen. 1999 erfolgte die Berufung zur Professorin an die Universität zu Köln, Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie. Von 2000 bis 2022 war sie Direktorin der Klinik für Strahlentherapie, Radioonkologie und Nuklearmedizin am Vivantes-Klinikum Berlin-Neukölln.
Sie engagierte sich in zahlreichen wissenschaftlichen Fachgesellschaften und war über viele Jahre Vorsitzende der Berliner Krebsgesellschaft.

Die Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie (AGSMO) wird Frau Prof. Feyer in dankbarer Erinnerung behalten, und wir werden ihr Anliegen, die Supportivtherapie als integralen Bestandteil in der Onkologie zu verankern, weiter vorantreiben. Wir werden sie sowohl als wissenschaftliche Persönlichkeit als auch als Mensch sehr vermissen.


Prof. Dr. med. Karin Jordan
Dr. rer. nat. Petra Ortner


Stellvertretend für den Vorstand/ Beirat der
Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie (AGSMO)
der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (DKG)


DKK 2026 Plenarsitzung – In Erinnerung an Petra Feyer ‒ vom Beginn der Supportivtherapie bis zur S3-Leitlinie Supportivtherapie

Sehr berührend und einfühlsam blickten wir am Morgen des 19. Februar 2026 gemeinsam auf das Leben und Wirken von Frau Professorin Petra Feyer zurück, die im Januar 2025 überraschend verstorben ist. In persönlichen und bewegenden Vorträgen würdigten die Rednerinnen und Redner ihren herausragenden Einsatz für die Supportivtherapie aus unterschiedlichen Perspektiven.

Fest steht: Sie wird uns als Mentorin, Vermittlerin und Freundin sehr fehlen. Ihr Name bleibt untrennbar mit der Entwicklung und Förderung der Supportivtherapie verbunden – nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Wir sind dankbar, sie gekannt und von ihr gelernt zu haben.


Persönlicher Nachruf für Petra Feyer von Karin Jordan

Mit tiefem Bedauern nehme ich Abschied von Frau Professorin Dr. med. Petra Feyer, die die supportive Therapie in der Onkologie maßgeblich geprägt hat – sowohl national als auch international.

2001 hatte ich als junge Ärztin das Privileg, Petra Feyer auf dem MASCC-Kongress in Kopenhagen kennenzulernen. Ihre Begeisterung für die supportive Therapie in der Onkologie war sofort ansteckend, und sie förderte mich seitdem kontinuierlich. Sie war ein großes Vorbild, die mit grenzenloser Energie und Tatendrang sowohl national als auch international viel bewegt hat. Dank ihres Engagements wurden Standards definiert, wie beispielsweise der Umgang
mit radiotherapieinduzierter Übelkeit und Erbrechen. Sie koordinierte dazu die MASCC/ESMO-Leitlinie in diesem Bereich und setzte sich unermüdlich für die
Etablierung der supportiven Therapie als unerlässlichen Standard in onkologischen Behandlungen ein. In Deutschland prägte sie den Bereich der supportiven Therapie entscheidend über Jahrzehnte, unter anderem durch die Ausrichtung der MASCC-Kongresse 2003 und 2013 in Berlin. Als langjährige Vorsitzende der
Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie (AGSMO) der Deutschen Krebsgesellschaft setzte sich Petra Feyer durch ihr nachhaltiges Engagement, stets gepaart mit Höflichkeit und Diplomatie, dafür ein, dass die Arbeitsgemeinschaft von der Deutschen Krebsgesellschaft überhaupt erst anerkannt wurde.

Mich persönlich hat Petra Feyer immer sehr beeindruckt und vor allem geprägt. Sie war nicht nur eine herausragende Wissenschaftlerin, sondern auch eine großartige Lehrerin, Mentorin und besonders auch Freundin, die immer ansprechbar war. Sie hat mich in vielen Lebenssituationen beraten und war daher weitaus mehr als eine Kollegin – sie war eine Freundin, die ich nie vergessen werde.

Ihr plötzlicher Tod hinterlässt eine tiefe Lücke, und es fällt uns schwer, darüber hinwegzukommen. Wir werden Petra Feyer stets in liebevoller Erinnerung behalten und ihr Andenken in Ehren halten.


Prof. Dr. med. Karin Jordan
Potsdam, Januar 2025